Folge 2: Postmodern Glauben

In der Postmoderne glauben die Menschen nicht mehr an Übernatürliches. Max Webers Diktum von der “Entzauberung der Welt” ist für viele selbstverständlich. Für uns nicht, wir halten es für Quatsch. Darüber reden wir. Außerdem fragen wir uns in diesem Zusammenhang, was Religion eigentlich ist und was Glaube. Ein Randthema der Theologie, das wir in 36 Minuten tiefgehend und erschöpfend abhandeln, wie es unser Anspruch ist. #nicht

 

Was nächste Sendung besser wird: Die Aufnahmequalität.
Schimpfwörter in dieser Folge: Scheiße, Säkularisierung, Schriftreligion, Anthropologische Grundkonstante.

Eine Produktion von Ruach.jetzt

 

Tobias Sauer

kath. Theologe, ScienceSlammer, Blogger und Initiator von DreifachGlauben.de sowie Ruach.jetzt. Auf der Suche nach einer Kirche von morgen mit dem Glauben der Menschen von heute.

2 thoughts to “Folge 2: Postmodern Glauben”

  1. Liebe Freunde,

    tolle Sache mit dem Podcast!
    So etwas braucht es noch. Ich habe jetzt einen guten Teil des Podcasts gehört und konnte mich nicht mehr ganz zusammenreißen: inwiefern redet ihr über die Postmoderne? Teile des Gesprächs hätten so ja bereits vor 40,50 Jahren genauso stattfinden können. Trefft ihr damit wirklich die Postmoderne? Ein Denker wie Foucault würde einen Satz wie “jeder Mensch hat eine Anlage zur Religion” sofort und ohne Mühe zerpflücken, bzw. auf ein “theologisches Dispoisitiv” auf die “Erzeugung einer inneren Tiefe durch theologischen Diskurs” kurz: auf eine Machtgeste zurückführen. Für ihn gibt es dieses “Tiefenselbst” nicht bzw. ist es ein Effekt von Diskursen. Schon damit könnte die klassisch liberale Theologie nicht mehr umgehen. Wenn die Postmoderne ZENTRAL ein Angriff auf den Idealismus ala Hegel darstellt, dann dürfte eine Theologie, die sich ZENTRAL auf idealistischem Terrain bewegt, ganz schön ins Schwitzen kommen. Auch weniger theologisch und mehr lebensweltlich formuliert: was “typisch postmodern” nicht der aggressive Säkularismus ist, sondern eine höfliche Indifferenz (“Ist mir egal!”)? Was, wenn man sich nicht auf irgendwelche anthropologischen Konstanten zurückziehen kann? Ich würde vorschalgen: “man höre auch die andere Seite”, und das wären Leute wie Ingolf Dalferth in seinem Buch Transzendenz und säkulare Welt, der sich eindeutig auf die Seite der Entzauberung schlägt und sagt: Christentum ist Entzauberung insofern es im Blick auf den Schöpfer alles Geschaffene (auch religiöse Strebungen des Menschen) entzaubert und ihnen die Aura nimmt. Das entspricht dann auch den Gedanken des späten Bonhoeffers: Christentum in der säkularen Welt darf sich nicht mehr auf die Struktur einer allgemeinen Religiosität (Innerlichkeit, Metaphysik) zurückziehen, sondern muss nach einer post-religiösen Zukunft suchen.

    1. Hi Arne! So, jetzt komme ich endlich mal dazu, deinen Kommentar hier nicht mehr ganz so einsam aussehen zu lassen 🙂

      was “typisch postmodern” nicht der aggressive Säkularismus ist, sondern eine höfliche Indifferenz (“Ist mir egal!”)? Was, wenn man sich nicht auf irgendwelche anthropologischen Konstanten zurückziehen kann?

      Ich glaube auch nicht, dass der aggressive Säkularismus das typische ist (auch, wenn wir uns da im Gespräch drauf eingeschossen haben), sondern die Haltung: “Jeder soll nach seiner Fasson selig werden”, was ja im Prinzip das “Ist mir egal” ist. Das bedeutet aber m.E. nicht, dass da nichts ist, “was einen unbedingt angeht”, um bei Tillich zu bleiben. Ich bin mir deshalb nicht ganz so sicher zu deiner Anmerkung, was Religiosität als “menschliche Grundkonstante” angeht. Ich glaube, da hängt viel von der Religionsdefinition ab – in der Form, in der wir darüber geredet haben, würde ich schon daran festhalten. Dalferths Buch kenne ich nicht; da werde ich mal einen Blick reinwerfen. Mir kommen die Ausführungen, die du machst, von Peter Rollins (ich glaube bes. “How (not) to speak of God” und “The divine magician”) bekannt vor.

      Die große Frage bleibt dann aber doch: Was genau bedeutet post-religiöse Zukunft? Und wie könnte die aussehen?

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